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Good morning sunshine

Good morning sunshine – ich liebe es, den Tag mit einem leckeren Frühstück anzufangen. Und ja, ich nehme mir Zeit, um es hübsch anzurichten. Denn das erzeugt nicht weiteren Stress, sondern entspannt mich. Ich finde das fast meditativ. In Gedanken, was an diesem Tag alles auf mich zu kommt (Meeting, Schulung, Projektarbeit oder ein Zahnarzttermin), ich habe Zeit, mich nochmal zu sortieren. Und manchmal, so wie heute, bin ich dankbar. Meine Familie und ich sind überwiegend gesund (Töchterchen hat 2 Tage Fieber hinter sich gebracht), ich darf täglich in ein spannendes Projekt fahren (auch wenn ich dafür erstmal 75km tiefenentspannt auf der Autobahn hr-info höre). Meine Probleme sind so völlig unwesentlich, ich gehe an den Kühl- oder Gefrierschrank, hole leckere Dinge heraus und bereite sie zu. Und nein, heute morgen denke ich nicht an die Welt, ich denke an meine Mama. Sie war für mich der positivste Mensch ever. Denn …

Good morning sunshine

Good morning sunshine

.. sie war damals eine echte Macherfrau. Als ich 1962 auf die Welt kam, war sie verheiratet, hatte aber vorher schon alleine ein Haus gebaut. Eingezogen ist sie quasi in den Rohbau, in die schon fertige Mini-Küche. Meinen Papa hat sie damals in München auf einem Faschingsball kennen gelernt. Ihm nur den Vornamen und die Stadt gesagt … haha, er hat sich auf die Suche gemacht, und eines Tages stand er im Ort. Nach der Heirat war er Wochenendheimkehrer. Meine Mama hat inzwischen 3 kleine Kinder gehabt, die Oma mit den ersten Anzeichen für Demenz mit im Haus.
Als ich 7 Jahre alt war starb mein Vater, bei einem 30° Sommertag hat er im Garten die Klärgrube geleert, Herzstillstand. Sie hat ihre 3 Mädels mit Hilfe der Oma groß gezogen (zu dem Zeitpunkt 7, 5 und 2 Jahre). Die Teenagerzeiten hat sie hinter sich gebracht mit meinem Stiefvater, der von uns 3 Mädels damals zu 100% abgelehnt wurde. Gerade mir erschien damals der Einzug wie Verrat an meinem Vater. Aber diese einseitige Sicht legte sich, als meine Mutter an MS erkrankte und er ihr auf so liebenswerte Weise zur Seite stand, dass er mein Herz voll erobert hat. Meine Mutter hat diese Krankheit über 30 Jahre ertragen. Erst mit Einschränkungen beim Laufen, Fallen von Leitern. Dann mit über einem Jahrzehnt im Rollstuhl und zum Schluß einer bewegungsunfähigen Zeit, die in einem abschließenden 6 Wochen Koma endete. Meine Mutter hat sich nie beschwert, hat uns ermuntert, auch die schweren letzten Monate meist sogar noch mit einem Lächeln im Gesicht getragen. Gestorben 2009. Eine tolle Frau. Mama, ich denk an Dich.

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