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Far far away

Auch ich bin fern von Zuhaus. Weil, mein Geburtsort ist 396km von meinem derzeitigen Lebensschwerpunkt entfernt. Und als ich mir heute Morgen Zeit genommen habe, um Karins TV-Bericht über eine „Fernfamilienbeziehung“ anzusehen, wurde mir ganz schwer ums Herz.
Ich habe wie sie die Entscheidung getroffen, fern von allen Familienmitglieder und Freunden ein Leben in der Ferne zu beginnen. Damals wollte ich ja auch nur für 6 Monate nach Hessen gehen.
Ich bin, wie man es so schön sagt, hängen geblieben. Nicht nur die Auftragslage für mich als externen Programmierer war gut, nein, die Menschen haben mich so nett aufgenommen, dass ich mich sofort wie Zuhause fühlte. Den Mann habe ich mir hier ausgesucht, eine Tochter bekommen. Meine Familie hier besteht also „nur“ aus Menschen aus seinem Gen-Pool. Seine Eltern, seine Schwester, seine Kinder, sein Enkelkind. Eine Familie, die mich mit offenen Armen aufgenommen hat (und minimum freundschaftlich bis herzallerliebst behandelt).
Meine Familie in Ingolstadt wird regelmäßig, aber leider viel zu selten besucht. Seit dem Tod meiner Mutter sehen wir uns höchstens 2x im Jahr, und das finde ich sehr schade. Ist aber zur Zeit nicht zu ändern. Und … ich scheine alt geworden zu sein. Die Fahrerei hat mir vor 21 Jahren nichts ausgemacht, damals bin ich nämlich noch wöchentlich heim, ein Jahr lang.
Inzwischen ist die Strecke dank der vielen Baustellen eine Tortour, ich bin als Autofahrer so wetterfühlig geworden, dass ich diesen Winter dank des vielen Schnees auf eine Besuch in der Heimat verzichtet habe. Risiskobewußter, bequemer, egal, wie auch immer man das nennen mag.
Freundschaften in Ingolstadt sind kaum mehr vorhanden, die Jugendfreunde sehe ich nicht mehr, weil die Zeit an einem Besuchswochenende einfach zu kurz geworden ist. Die einzige gute Freundin, die witzigerweise jetzt in Hessen 40 km von mir entfernt wohnt, sehe ich genauso wenig. Mein Zeitkonto ist einfach arg knapp.
Das Gefühl der Verbundenheit zu meiner „Fernfamilie“ hat nicht abgenommen, aber mir wurde in den letzten Jahren deutlich bewusst, dass ich von positiven Dingen (bspw. Geburtstagsfeiern) genauso oft ausgeschlossen war wie von „negativen“ Dingen. Die Pflege meiner Mutter mussten meine beiden Schwestern alleine wuppen.
Auch ich habe einen Platz in meiner jetztigen Heimat gefunden, allerdings will ich nicht ausschließen, dass ich Zugvogel nicht doch noch mal weiter ziehe. Die Bodenhaftung besteht überwiegend durch Töchterchen, wer weiß wohin mich der Wind sonst treiben würde …

Kommentare (4)

Liebe Sabine,
ich hatte das vier Jahre lang Anfang der 90er..das ging es einfach..weil jung..stimmt da ist was dran...da kamne die Eltern regelmäßig und ich war oft zu Hause..heute bin ich froh das es nur noch 50 km sind..und die sind oft genug schon ganz schön weit..aber ich war oft zu Hause als meine Mutter noch lebte und bin es jetzt immer wieder..darüber bin ich sehr froh...lGHEike

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Diese Seite enthält einen einzelnen am 04.01.11 09:26 erschienenen Blogeintrag.

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Danach erschien Aua.

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