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Freud und Leid eines Walnussliebhabers

Ich geb es ja zu, ich hab einen Spleen.
Morgens fahre ich los. Morgens um 6.
Und mein erster Weg ist zu meinem Lieblingswalnussbaum.
Und breche fast in Tränen aus, weil ...
alle sind weg.
Fast alle. 3 Nüsse sind noch da.
Die, die beim Aufprall auf die Strasse aufgeplatzt sind.
Egal. ICH nehm sie.
Ich weiß ja, sie sind ganz frisch gefallen.


Man war wieder vor mir da.
Oder besser gesagt Frau.
Die Frau, die gegenüber dem Baum wohnt.
Mit ihrer riesigen Nüsse-sammelnden Familie.
Morgens um 6 alles weg.
Und ja, ich weiß das, weil mich ihr
Sohn schon mal frech angegrinst hat,
mit einem "gelben Sack" voller Walnüsse.
Mich in Tränen ausgebrochen zurück lassend.


Ich fahre weiter. Zum nächsten Baum.
Klar, alles weg. Diesmal wahrscheinlich
der "böse" Zeitungsausträger.


Und ich liebe sie doch so.
So frisch, dass sich die zarte Haut abziehen läßt.
Mild und zart, ohne Haut.
Ich zupple die Haut ab,
schwarze Fingerkuppen zeugen davon.


Ich komme mir vor, wie ein Eichhörnchen.
Leicht konfus überlege ich, wo in unserer
Gegend noch Walnussbäume stehen könnten.
Und nein, ich will nicht die Krüppeldingerkleinen.
Ich will GROSSE, GUUUUTE mit Geschmack.


Und ich komme in Versuchung.
Weil, ich weiß, bei einer Autobahnauffahrt,
die ich kenne, da steht einer.
Und ich komme da jeden Tag vorbei.
Aber ich trau mich nicht,
bin ja doch nicht so irre.
Macht man nicht.
Oder doch?


Warnblinkanlage an, und los,
raus aus dem Auto.
Nö, kann ja nicht sein.
Ich lass mich nicht wegen einer
Leidenschaft überfahren.
Nee, wirklich nicht,
oder doch?
Pst, letztes Jahr habe ich es einmal gemacht
nicht verraten :)


Und manchmal überlege ich
ob ich es mir antue,
einen eigenen Walnussbaum pflanze.
Aber wohin mit so einem Giganten?
Ganz toll, mein einziger Platz ist am Ufer der Dill.
Das gibt bei der Ernteaufteilung
eine ganz einfache Rechnung:
50% an den Fluß, 40% an die Eichhörnchen
und 10% für mich.
Hach. Wein.


Und damit man sehen kann, wie ich leide
hier ein Krüppelding mit einem Giganten.
Ob ich einen Giganten opfere und doch einpflanze?
Hach. Aber morgen!
Da stehe ich eher auf.
Und fahre schon um 5.
Schlage der Frau ein Schnippchen.
Und hoffe auf reichlich Ernte, dank dem angesagten Regen.
Kann es schönere Probleme geben?


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Kommentare (6)

In dem teil des Gartens meiner Schwester, der der Nachbarin gehört, steht auch ein Walnußbaum. Der wirft massig Nüsse ab. Nur ißt die keiner, weil die keiner mag (mich eingeschlossen).
Ich gehe mal davon aus das die Ernte noch ertragreicher sein wird, jetzt wo die Nachbarin kaum mehr zu Hause ist, da sie zeitweise in der Klappse sitzt in psychischer Behandlung ist.
Aber ich glaube die heruntergefallenen Nüße findet man eh nicht, da hier der Rasen mittlerweile schon kniehoch gewachsen ist.
Keine Lust vorbei zu kommen? :)

Nur, wenn es die groooooßen Nüsse sind, für die Hutzeldinger käme ich nicht ;)

Dass wir drei Nussbäume im Garten stehen haben, wollten Sie jetzt wahrscheinlich gar nicht wissen. Ich würd ja welche rüber schicken, aber das Verschicken von frischen Lebensmitteln ist leider verboten. Aber Sie dürfen gern zum Ernten kommen...

Ohhhhh Frau Ringel, das wäre schön!!!! Wenn Sie wüssten, wie gerne ich käme!!!

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