Quarks hat mich gestern von mindestens 2 Bio-Irrtümern befreit:
Irrglaube 1: Wer mit Biodiesel fährt, fährt umweltfreundlich!
Quarks erklärt hierzu einiges, aber der Punkt ist wohl der Dünger: "Eine Forschergruppe um den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen hat den Effekt der Stickstoffdüngung von Energiepflanzen berechnet – mit katastrophalem Ergebnis.
Stickstoff wird im Boden von Bakterien zu Lachgas umgebaut. Dieses Lachgas steigt in die Atmosphäre auf – doch Lachgas ist noch dreihundert mal klimaschädlicher als Kohlendioxid! So ergibt sich beispielsweise für Biodiesel aus Raps eine 1,8-fach schlechtere Klimabilanz als für Diesel aus Erdöl. Nach Ansicht der Forscher ist lediglich Bioethanol aus Zuckerrohr eine einigermaßen erträgliche Alternative zu fossilen Kraftstoffen."
Irrglaube 2: Ein Apfel aus Neuseeland gilt als ausgemachte Ökosauerei
Forscher haben hier Weltreise versus Winterschlaf berechnet: "Es sind nicht einmal 30 Prozent mehr Energie, die die Importäpfel verbrauchen!" Das bedeutet, der Kunde ist das Zünglein an der Waage, denn "letztlich entscheidet die Art des (Heim-)Transports: Nach nur anderthalb Kilometern Fahrt mit dem Auto ist der Vorsprung in der Klimabilanz dahin. Auf dieser kurzen Strecke produziert ein Auto so viel CO2 wie der deutsche Apfel vorher gegenüber dem neuseeländischen eingespart hat."
Was werde ich persönlich für die CO2-Bilanz tun? Ich habe mir vorgenommen, meinen Wäschetrockner viel weniger einzusetzen, den Standbybetrieb diverser Geräte in Wohnzimmer und Küche mit einer zentralen klickbaren Stromleiste auszuschalten und meinen 15 Jahre alten Kühlschrank zu ersetzen. Beim Autofahren bin ich zur Zeit ja vorbildlich: ich bin von 30000km pro Jahr auf weniger als 3000km runter. Damals, als mein Baby noch Baby war, hätte ich unmöglich 3 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Frankfurt fahren können, das hat sich ja wieder stark verändert. Energiesparlampen sind bei uns eh verstärkt im Einsatz, wir haben jetzt dichte Fenster und regelbare Heizkörperthermostate. Also, wenigstens ein bisschen haben wir getan und trotzdem werden wir Weihnachten sündigen und wegfliegen! Punkt!
(Quelle: Quarks&Co)
Kommentare (2)
Danke für die Infos! Das ist leider das Problem, dass nicht alle vermeintlichen Lösungen auch tatsächlich besser sind. Aber solange der Verbraucher signalisiert, dass umweltfreundlichere Produkte gefragt sind, geht es voran.
Was den Kühlschrank betrifft: muss der denn sowieso ausgetauscht werden? Weil nämlich der grundlose Austausch auch wieder schädlich ist (Stichwort: CO2-Produktion bei der Herstellung).
Von juliaL49 | 28.11.07 10:37
Geschrieben am 28.11.07 10:37
Ja, mein Kühlschrank ist fällig, die Dichtungen sind morsch, der Motor bullert, mein Gefriefach macht überwiegend Gefrierbrand. Es wird Zeit!
Von Sabine | 28.11.07 12:30
Geschrieben am 28.11.07 12:30